Was ist CEUS?

Schnell sicher sehen mit kontrastverstärktem Ultraschall

Kontrastmittelverstärkter Ultraschall (kurz CEUS) ist ein diagnostisches Verfahren, das sowohl den Blutfluss und die Gefäßarchitektur als auch die Gewebeperfusion darstellt. So können das Herz, aber auch Tumore und Veränderungen z.B. der Leber deutlich besser beurteilt werden als im nativen Ultraschall.

CEUS in der Kardiologie: Ultraschallkontrastmittel verbessert die Echokardiographie
  • Die kontrastverstärkte Echokardiographie ist in der Kardiologie weit verbreitet. Ultraschallkontrastmittel verbessern die Echokardiographie im Hinblick auf
    • höhere Bildqualität
    • größere Sicherheit des*der Untersucher*in bei der Beurteilung der Aufnahmen
    • höhere Reproduzierbarkeit.
  • In der Kardiologie wird CEUS vor allem zur eindeutigen Endokardabgrenzung und damit zur Beurteilung der regionalen und globalen linksventrikulären (LV) Funktion sowohl in Ruhe als auch unter Belastung durchgeführt.
  • CEUS in der Kardiologie wird ebenfalls zur Beurteilung intrakardialer Strukturen eingesetzt.
Detektion und die Charakterisierung fokaler Leberläsionen in Echtzeit mittels CEUS
  • In der Differenzialdiagnostik von Leberraumforderungen hat CEUS eine sehr hohe diagnostische Genauigkeit vergleichbar mit KM-CT und KM-MRT. Aufgrund der dualen Versorgung der Leber durch Leberarterien und Pfortader entstehen bei Verwendung eines Ultraschallkontrastmittels typische Kontrastierungsmuster.
  • Diese Muster erlauben die Detektion und die Charakterisierung fokaler Leberläsionen in Echtzeit (Vitalität und Dignität).
Kontrastmittelverstärkter Ultraschall (CEUS) bei Untersuchungen der Brust
  • CEUS-Untersuchung der Brust zur Darstellung der Vaskularisierung fokaler Läsionen
  • Anflutungsmuster können Hinweis auf die Malignität von Mamma-Tumoren geben
  • Möglichkeit der genaueren Klassifikation BI-RADS 3 vs. 4 zur Senkung der Biopsieanzahl
Verabreichung des Ultraschallkontrastmittels in der Pädiatrie
  • Strahlungsfreie Abklärung des vesikoureteralen Refluxes (VUR) bei Kindern und Jugendlichen durch intravesikale Verabreichung des Ultraschallkontrastmittels in die Blase
CEUS-Angiographie: Wertvolle Alternative zur CT-Angiographie (CTA)
  • Die kontrastverstärkte Sonographie erhöht die Nachweis- und Ausschlussgenauigkeit für Anomalien in zerebralen Arterien, der extrakraniellen Carotis sowie in peripheren Arterien. Der Einsatz von CEUS wird in allen Fällen mit insuffizientem Dopplersignal empfohlen.
  • Die CEUS-Angiographie ist hervorragend geeignet, lokale Gefäßpathologien darzustellen und Verlaufskontrollen während und nach Interventionen durchzuführen. Sie stellt eine wertvolle Alternative zur CT-Angiographie (CTA) dar, insbesondere bei Patient*innen mit eingeschränkter Nierenfunktion oder anderen Kontraindikationen für jodhaltige Röntgenkontrastmittel und zur Reduktion der Strahlenbelastung (z.B. nach endovaskulären Aortenreparaturen, EVAR).

Evidenzbasierter Einsatz von Ultraschallkontrastmitteln

Der Einsatz von Ultraschallkontrastmitteln wird auf Grundlage evidenzbasierter Erkenntnisse von verschiedenen nationalen und internationalen Fachgesellschaften empfohlen, unter anderem

 

  • der EACVI (European Association of Cardiovascular Imaging) und der ASE (American Society of Echocardiography) bei der Ruhe- und Stressechokardiographie sowie in der Intensiv- und Notfallsituation, zum Beispiel
    • bei Patient*innen mit suboptimaler Bildqualität: zur Verbesserung der Endokardabgrenzung und Darstellung der LV-Struktur und -Funktion, wenn zwei oder mehr benachbarte Segmente ohne Kontrastmittel nicht beurteilbar sind, wenn andere Bildgebungsverfahren nicht verfügbar sind oder uneindeutige Ergebnisse liefern
    • wenn das weitere klinische Management der Patient*innen eine genaue Darstellung oder eine genaue und reproduzierbare quantitative Beurteilung bestimmter klinischer Parameter wie der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) erfordert (z.B. bei der Überwachung von Patient*innen, die mit kardiotoxischen Medikamenten behandelt werden oder wenn die Implantation eines Defibrillators oder Herzschrittmachers in Betracht gezogen wird)
  • in den Leitlinien und Empfehlungen der Weltgesellschaft für Ultraschall in Medizin und Biologie (WFUMB) in Kooperation mit anderen Fachgesellschaften für die gute klinische Praxis für kontrastmittelverstärkten Ultraschall (CEUS) der Leber, zum Beispiel
    • zur Detektion von Lebermetastasen als Teil einer multimodalen Bildgebung
    • als Bildgebungsmethode der Wahl empfohlen bei der Charakterisierung von im Ultraschall zufällig entdeckten, unklaren fokalen Leberläsionen bei Patient*innen mit nicht-zirrhotischer Leber und fehlender Anamnese oder Verdacht auf Malignität
  • in den Leitlinien und Empfehlungen des Europäischen Verbands der Gesellschaften für Ultraschall in Medizin und Biologie (EFSUMB) für den klinischen Einsatz von CEUS bei nicht-hepatischen Anwendungen, zum Beispiel
    • bei Verdacht auf VUR bei Mädchen und Jungen
    • zur Nachsorge nach konservativer oder chirurgischer Behandlung des VUR bei Mädchen und Jungen
    • zur Erkennung und Klassifizierung von Endoleaks bei der Nachsorge von endovaskulären Aortenreparaturen (EVAR)
    • zur Verbesserung der diagnostischen Möglichkeiten der transkraniellen Doppler-/Farbduplexsonographie